Konkurrenz aus Japan und den USA

06-09-2017 13:56:22

Konkurrenz aus Japan und den USA

Bereits im Jahr 1926 wurde der erste kurze Zeichentrickfilm Chinas herausgebracht: „Aufregung im Studio". Der zwölfminütige Schwarzweiß-Film umfasste sowohl Live-Filmmaterial, als auch gezeichnete Bilder. Obwohl der Film inzwischen verloren gegangen ist, inspirierte er die frühen chinesischen Trickfilmzeichner dazu, verschiedene Kunstformen in der Produktion ihrer Zeichentrickfilme einzusetzen, wie Scherenschnitte, Tuschemalereien, Papierfaltungen, Lehmfiguren und Marionetten.

Ein Meilenstein in der Geschichte der chinesischen Animationsindustrie war die Gründung des ersten Animationsfilmstudios in den 1950er Jahren. Das Shanghaier Animationsfilmstudio gab der Industrie einen Schub und feierte seinen Höhepunkt in den 1970er und 80er Jahren. Innerhalb von 30 Jahren produzierte das Shanghaier Animationsfilmstudio über 200 Zeichentrickfilme, wie „Der Affenkönig: Aufruhr im Himmel", „Der Triumph des Prinzen Nezha gegen den Drachenkönig" und „Black Cat Detective". Seit den 1990er Jahren ist das Studio jedoch mit starker Konkurrenz aus Japan und den USA konfrontiert. Shi Yi, der Animationsdirektor des Shanghaier Animationsfilmstudios, erklärt:

„In den 1980er Jahren wurden allmählich ausländische Zeichentrickfilme in China eingeführt, vor allem industrialisierte Zeichentrickfilme. Diese Filme haben unsere traditionelle Zeichentrick-Industrie schwer getroffen. Disney hat zum Beispiel bereits in den 1950er Jahren industrialisierte Zeichentrickfilme entwickelt. Sie haben dabei eine Reihe von Charakteren genutzt, mit denen Hunderte Zeichentrickfilme produziert wurden. Dies ermöglichte ihnen, ihre Kosten zu senken und ihre Gewinne zu maximieren. Erst in den 1990er Jahren produzierte unser Studio seinen ersten industriellen Animationsfilm: ‚Die Lotos-Laterne'."

Innerhalb von drei Monaten spielte „Die Lotos-Laterne" über drei Millionen US-Dollar ein und wurde zum erfolgreichsten Film des Jahres. Der Erfolg des Films ermutigte viele chinesische Animationsstudios, ähnliche Werke zu produzieren.

Mit Filmen wie „Die Rückkehr des Affenkönigs" und „Big Fish & Begonia", ist das Vertrauen der Industrie in den letzten Jahren gestärkt worden. Mehr und mehr chinesische Animatoren kehren Aufträgen aus dem Ausland nun den Rücken und entwickeln ihre eigenen Ideen.

Han Xiaofeis Studio bei der Shanghai Huan Ma Culture Media Company besitzt 60 Animatoren. Er sagt, die Nachfrage auf dem Animationsmarkt wachse derzeit sehr schnell.

„Wir stellen jetzt Zeichner aus Hollywood an und beauftragen auch berühmte Animationsstudios in Japan und Korea. Wir schicken unsere Arbeit sogar an Studios in Thailand und Vietnam. Die Nachfrage nach Zeichentrickfilmen auf dem chinesischen Markt ist inzwischen sehr groß. Manchmal kann unsere Produktion die Nachfrage nicht befriedigen. Deshalb brauchen wir Unterstützung aus anderen Ländern."

Offiziellen Angaben zufolge hat die chinesische Zeichentrickfilmindustrie im Jahr 2015 über 17 Milliarden US-Dollar eingenommen.

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