Online-Handel in Tibet

27-12-2017 10:00:01

Online-Handel in Tibet

Wang Jucang, Vorstandsvorsitzender des Online-Unternehmens Ayun

(Foto von CRI Online)

Auf dem Bildschirm Produkte auswählen, anklicken und dann einfach auf den Kurierfahrer warten. So tätigen viele Chinesen ihre täglichen Einkäufe. Dieser populäre Trend heißt „E-Commerce". Die Chinesen kaufen gerne online. Einer Statistik der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften zufolge ist das Online-Handelsvolumen zwischen Dezember 2016 und Mai 2017 auf 3022 Milliarden Yuan RMB gestiegen - ein Wachstum von etwa 35,3 Prozent.

„E-Commerce" ist nun eine der wichtigsten Triebkräfte der chinesischen Wirtschaft geworden. Aber im autonomen Gebiet Tibet steht die Entwicklung des Online-Handels vor größeren Herausforderungen. Wang Jucang ist der Vorstandsvorsitzender sowie Gründer des Onlinehandel-Unternehmens Ayun in Tibet. Er kann sich noch an die schlechten Geschäfte gerade nach der Unternehmensgründung erinnern.

„Unser Unternehmen wurde im Jahr 2013 gegründet. In den ersten zwei Jahren war es wirklich eine harte Zeit. Denn damals in Tibet war der Onlinehandel in Tibet noch nicht bekannt. Bargeschäfte dominierten den Markt. In manchen Regionen gab es noch den Tauschhandel. Onlinehandel galt für die lokale Bevölkerung als ein Buch mit sieben Siegeln. "

Weil Tibet dünn besiedelt ist, sind die Logistikkosten verglichen mit anderen Landesteilen relativ hoch. Dies betrachtet Wang Jucang als einen Engpass für Entwicklung des Onlinehandels in Tibet.

„Die Entwicklung des Onlinehandels braucht eine Unterstützung der Logistik. Die logistischen Kosten in Tibet sind zu hoch. Für alle dort ansässigen Unternehmen ist dies eine große Beeinträchtigung. Beispielweise kosten manche unserer Produkte nur über 10 Yuan. Aber die logistischen Kosten sind doppelt so hoch wie ihre Preise."

Trotzdem sind die Spezialitäten aus Tibet nach Meinung von Wang Jucang qualitativ hochwertig und einzigartig. Sie sollten einen größeren Marktanteil haben, so der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens Ayun.

„Die Agar- und Viehprodukte aus dem autonomen Gebiet Tibet sind außergewöhnlich und einzigartig. Denn mehrere Produkte sind nur in solchen Regionen mit einem Meeresspiegel von über 3500 Meter zu finden. Aus diesem Grund können Spezialitäten aus Tibet nicht nur in China, sondern auch in der Welt einen guten Ruf bei den Kunden bekommen, wie zum Beispiel der tibetische Honig und das Yakfleisch."

2015 hat die chinesische Zentralregierung beschlossen, die Entwicklung von „E-Commerce" zu beschleunigen, was dem Onlinehandel in Tibet große Entwicklungschancen eröffnet. Unter diesen Bedingungen hat das Handelsamt des autonomen Gebietes im selben Jahr eine eigene Onlinehandel-Plattform gegründet. Im Jahr 2016 wurde dann auch ein Industriepark für Onlinehandel errichtet.

Die schnelle Entwicklung des „E-Commerce" hat auch einen Beitrag dazu geleistet, die Lebensstandards der Bauern und Hirten in Tibet zu erhöhen. Die 21-jährige Phurbu Dekyi ist die erste tibetische Beraterin für Onlinehandel. Sie begibt sich häufig in verschiedenen Gemeinden bzw. Dörfern, um den lokalen Einwohnern den Onlinehandel näher zu bringen.

„Zum Beispiel gibt es in der Stadt Nyingchi zahlreiche Spezialitäten. Aber die dortigen Einwohner wussten nicht, wie sie diese besonderen lokalen Produkte verkaufen konnten. Genau dabei will ich ihnen helfen. In einem Dorf in Nyingchi beschäftigen sich viele Einwohner mit der Herstellung traditioneller tibetischer Kleidung. Mit unserer Unterstützung verkaufen sie nun ihre Kleidung online und ihre Geschäfte laufen gut. Das ist der Vorteil des Onlinehandels."

Laut Wang Jucang, dem Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens Ayun, hat der Onlinehandel in Tibet noch großes Entwicklungspotential.

„Statistiken zufolge gab es in Tibet bis Ende 2016 131 Onlinehandel-Unternehmen. Bis Ende Juni 2017 ist diese Zahl auf rund 200 gestiegen. Die Produkte aus Tibet sind rein und brauchen nur effektive Vermarktungen. Ich bin überzeugt von einer weitreichenden Perspektive des Onlinehandels in Tibet."

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