Tochterland der Mosuo: Frauen kümmern sich um den Erhalt der Kultur

14-02-2018 08:00:01

Tochterland der Mosuo: Frauen kümmern sich um den Erhalt der Kultur

Der Lugu-See liegt wie ein glasklarer Edelstein im Wald zwischen den Provinzen Yunnan und Sichuan. Dort leben die Mosuo, eine der wenigen verbliebenen matriarchalischen Gesellschaften der Welt. Diese primitive und mysteriöse Region wird als „Tochterland im Orient“ bezeichnet. Seit alters her haben die Töchter hier mit Fleiß und Weisheit ihre Familien ernährt.

Das Dorf Daluoshui befindet sich am Lugu-See im Kreis Yongde der südwestchinesischen Provinz Yunnan. Am See reihen sich die charakteristischen Holzhäuser der Volksgruppe. Mit dem Aufkommen des Tourismus sind die Häuser zu Herbergen, Restaurants, Kneipen und Souvenirläden umgebaut worden. Geze Yongdu betreibt hier die Herberge „Nahu“. Der Name bedeutet „See der Mosuo“.

Die junge Frau wurde 1986 geboren und ist bereits zum Haushaltsvorstand ihrer Familie geworden. Sie hat Hotelmanagement in Kunming studiert und kehrte nach ihrem Abschluss zurück, um ihrer Mutter beim Betreiben der Herberge zu helfen. Ihre Mutter freut sich sehr darüber.

„Seitdem sie zurück ist, bin ich erleichtert. Unsere Herberge wurde renoviert. Sie bringt viele Ideen mit. In Bezug auf die Gemütlichkeit und das Service hat es sich verbessert.“

Die Nahu-Herberge zählt zu den ältesten Herbergen im Dorf. Ende der 1990er Jahre gab es nur drei oder vier Zimmer. Als Yongdu 2007 die Herberge übernahm, verfügte sie bereits über 40 Zimmer. Die Anlagen und das Ausmaß der Herberge konnten die steigende Nachfrage der Touristen nicht mehr decken. Alte Zimmer, rückständige Ausstattung und der leere Hof… Für die neue Planung und den Umbau benötigte man aber große Investitionen. Nach einer Diskussion hat sich die Familie entschieden, die Herberge an auswärtige Investoren zu vermieten.

Der Mann, der Yongdu grüßt, ist Ye Hui, einer der Investoren der Nahu-Herberge. Er kommt aus der ostchinesischen Stadt Wenzhou und war während einer Reise 2013 von der einzigartigen Kultur und der schönen Landschaft im Dorf tief beeindruckt.

„Welchen Eindruck kann der Lugu-See hinterlassen? Sobald du dir die Umgebung anschaust, möchtest du hier einfach bleiben.“

Ye Hui hat die Ausschreibung der Nahu-Herberge zufällig im Internet gelesen. Er und einige Partner mieten die Herberge für 20 Jahre zu einem jährlichen Satz von 600.000 Yuan RMB.

Weil ihnen die Gastronomie und die lokalen Gebräuche ganz fremd waren, ließen sie Yongdu die Herberge weiter führen. Yongdu ist der Meinung, dass der Umbau der Herberge der Kultur der Mosuo nicht schaden dürfte.

Beim Umbau der Herberge beharrte Yongdu auf die Erhaltung des traditionellen Großmutterhauses. Das Großmutterhaus ist ein wichtiger Bestandteil der Kultur der Mosuo und gilt als das Zentrum einer großen Familie. Das Großmutterhaus der Familie von Yongdu hat eine Geschichte von über 80 Jahren.

„Die Häuser sind umgebaut, aber das Großmutterhaus bleibt erhalten. Dadurch können die Touristen die Kultur der Mosuo besser verstehen. Wenn sie mögen, unterhält sich meine Familie mit ihnen und erzählt ihnen etwas über unsere Kultur.“

Außerdem hat die Familie von Yongdu das Aussehen und die Form der neuen Herberge bestimmt. Die Faktoren der Mosuo-Kultur müssten einbezogen werden und die Umwelt müsse geschützt werden. Ye Hui sagt:

„Wir wollten das Haus eigentlich modern entwerfen. Aber die Hausbesitzerin forderte, dass das Aussehen von den Besonderheiten der Häuser der Mosuo geprägt werden müsse. Sie beeinflusste auch das Design des Kanalisationsnetzes und überwachte den Bau. Das Haus ist zum Designstandard der neuen Häuser am Lugu-See geworden.“

Neben dem Herbergsbetrieb kümmert sich Geze Yongdu auch um die ganze Familie. Sie kocht für alle, putzt das Haus und wäscht die Wäsche der Kinder. Trotz großer Mühe hält Yongdu es für ein Glück, die Kultur der Mosuo zu verbreiten.

„Tagsüber trage ich die Trachten der Mosuo und bin Reiseleiterin. Nachts nehmen wir an der traditionellen Lagerfeuerparty teil. Wir unterhalten uns mit den Gästen, damit sie nicht nur die schöne Landschaft genießen, sondern auch die Kultur der Mosuo besser verstehen.“

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