Serientipp: A Splendid Life in Beijing

09-08-2018 10:57:21

Beijing ist eine Stadt der Gegensätze. Hochhäuser ragen zwischen den verwinkelten alten Gassen auf, Garküchen und Hocktoiletten sind genauso Teil des Stadtbildes wie Einkaufszentren und teure Edel-Restaurants. Kaum vorzustellen, was für eine Veränderung die Einwohner in den vergangenen 40 bis 50 Jahren miterleben konnten. Einen guten Einblick bietet da die Serie生逢灿烂的日子. Auf English heißt sie „A Splendid Life in Beijing“.

Für Guo Jinglin stammen seine eindrucksvollsten Erinnerungen an Beijing aus den 1970er Jahren, erzählt der Drehbuchautor auf einer Pressekonferenz in Beijing.

„Die Menschen, die in diesem Jahrzehnt geboren wurden, sind mit beispiellosen Erfahrungen aufgewachsen, wie der Ära der Reform und Öffnung in den 1980er Jahren und dem Boom der chinesischen Wirtschaft in den 1990er Jahren“, sagt Guo. Seine Erfahrungen bilden die Grundlage zu der Fernsehserie „A Splendid Life in Beijing“.

Über eine Spanne von 40 Jahren erzählt die Serie von den Höhen und Tiefen im Leben von vier sehr unterschiedlichen Brüdern, die in den siebziger Jahren in Beijing geboren wurden. Wie in China üblich werden die Jungen einfach mit Zahlen angeredet, also Eins, für den Erstgeborenen, Zwei, Drei und Vier für den jüngsten Bruder. Im Laufe der Jahrzehnte erleben sie Höhenflüge und Schicksalsschläge.

Schon die erste Folge ist hochdramatisch. In einem Streit tötet Bruder Nummer Eins versehentlich einen Nachbarsjungen mit einem Obstmesser und wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Während er seine Strafe absitzt, geht das Leben der Familie im Herzen der Hauptstadt weiter. Die erste Waschmaschine des Viertels wird gekauft. Kassetten mit Rockmusik werden unter der Hand verteilt. Und natürlich gibt es Streit, Liebe und Konflikte, wie in jeder guten Drama-Serie.

Die Charaktere aller Figuren sind gut durchdacht, fein gezeichnet und können nicht zuletzt wegen der hervorragenden Schauspielleistung aller Darsteller überzeugen. Auch das Set-Design ist spannend. Chinesische Zuschauer dürften hier nostalgisch werden, wenn sie originalgetreue Details, wie Kleidung und Kinderspielzeuge aus der damaligen Zeit sehen. Und Zuschauer aus dem Westen bekommen einen spannenden Einblick in die chinesische Jugendkultur der 70er und 80er Jahre - Ja, Schlaghosen waren auch in China ein Trend.

Das 47-teilige Drama wird seit vergangenem November im Fernsehen und auf der Video-Streaming-Seite iQiyi ausgestrahlt. Doch auch weltweit kann man die Serie ganz legal anschauen, denn alle Folgen stehen auf YouTube zur Verfügung, in Originalsprache mit englischen Untertiteln. Vorsicht, Suchtgefahr. Wer die Familie einmal ins Herz geschlossen hat, wird nicht mehr aufhören können, zu gucken.

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