Kampf gegen Stereotype

06-09-2018 10:00:03

Kampf gegen Stereotype

Fotograph Kurbanjan Samat

Aufgewachsen in Hotan, einer Stadt im Süden des uigurischen Autonomen Gebietes Xinjiang in Nordwestchina, verliebte sich Kurbanjan Samat im Alter von 17 Jahren in die Fotografie. Im Jahr 2014 veröffentlichte er ein Fotoprojekt mit dem Titel „I'm from Xinjiang", auf Deutsch: „Ich stamme aus Xinjiang". Es enthält Portraits von 100 Personen, die ihre Heimat Xinjiang verlassen haben und in unterschiedliche Orte auf der ganzen Welt gezogen sind. Kurbanjan erklärt, dass ihn sein Wunsch motivierte, die falschen Vorstellungen der Menschen über seine Heimat zu ändern.

„Ich bin ein Fotograph aus Xinjiang. Der Umfang, in dem wir Xinjiang dargestellt haben, ist sehr beschränkt. Deshalb können die Menschen die Region und die dortigen rund 20 Millionen Einwohner nicht richtig kennen lernen. Ich will durch meine Arbeiten mit meinem Publikum kommunizieren. Meine Zielgruppe sind die rund 1,4 Milliarden Menschen in ganz China. "

Kampf gegen Stereotype

Szene aus dem Dokumentarfilm "I'm from Xinjiang"

Absichtlich wollte Kurbanjan, Stereotype wie die religiösen Hintergründe und die ethnischen Minderheiten nicht in den Vordergrund seines Fotoprojektes „I'm from Xinjiang" stellen. Stattdessen konzentrierte er sich darauf, die persönlichen Geschichten verschiedener Figuren zu erzählen, was seinem Fotobuch zu einem großen Erfolg machte. Inzwischen waren auch die Dreharbeiten zu einem gleichnamigen Dokumentarfilm angelaufen:

„Im Jahr 2014 begann ich mit den Dreharbeiten des Dokumentarfilms ‚I'm from Xinjiang', der 2016 erfolgreich im Kino gelaufen ist. Erzählt werden Geschichten und Träume von den Menschen, die aus Xinjiang stammen und in verschiedene Orte weltweit gezogen sind. Ich habe bereits vor, eine Trilogie zu drehen. Im Mittelpunkt des zweiten Teils stehen die Menschen aus aller Welt, die nach Xinjiang gezogen sind."

Im Mai 2018 wurde der zweite Teil der Dokumentarfilmserie mit dem Titel „I'm going to Xinjiang" veröffentlicht. Dargestellt werden 27 Menschen, die nach Xinjiang gefahren sind und in dem uigurischen Autonomen Gebiet ihre Träume verfolgen. Dazu zählen vor allem der bekannte chinesische Schriftsteller Wang Meng, die Unternehmerin Marjorie Yang aus Hongkong sowie der Profi-Basketballtrainer Li Qiuping.

Sowohl das Fotoprojekt, als auch die Dokumentarfilmserie hat zig 100.000 Feedbacks bekommen. Dabei ist laut Kurbanjan Samat eine Veränderung der Vorstellungen gegenüber Xinjiang zu erkennen.

„Viele Personen aus Xinjiang wurden häutig gefragt: Gehst du mit dem Pferd zur Schule, wohnt ihr noch in Zelten oder bringt ihr jederzeit ein Messer mit? Das sind doch die Klischeevorstellungen der Menschen, die noch nie in Xinjiang gewesen sind. Am Ende möchte ich dem Publikum nur eine Botschaft vermitteln, dass die Herkunft, das, woran wir glauben, die Farbe unserer Haut und all unsere Unterschiede keine Faktoren sein sollten, die uns davon abhalten, einander kennenzulernen."

Dem Titel „I'm from Xinjiang" misst Kurbajan Samat eine tiefgreifende kulturelle Bedeutung bei:

„Der Titel bedeutet, dass ich aus Xinjiang stamme, aber kein Gast, sondern einer der Herren unseres Staates ist. Mit meinen eigenen Bemühungen habe ich zur Modernisierung des Landes beigetragen. Zugleich wird mein Lebensziel damit verwirklicht."

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