Präzisionsmedizin macht China gesünder

06-09-2017 13:54:07

Präzisionsmedizin beinhaltet präzise auf den einzelnen Menschen ausgerichtete diagnostische und therapeutische Entscheidungen sowie eine zutreffende Prognose. Laut Dr. He Yiwu, Vize-Generaldirektor des Genforschungsinstituts Huada, haben die USA und China jeweils eine eigene Strategie zur Entwicklung der Präzisionsmedizin festgelegt.

"Anfang 2015 hat der ehemalige US-Präsident Barack Obama den Plan für Präzisionsmedizin aufgestellt. Ziel ist es, den regionalen Gegebenheiten, den Lebensverhältnissen und den Genen der Patienten entsprechend die Lebensweise und die Diagnostik präzise anzuleiten. Die US-Regierung hat daraufhin beschlossen, der Krebsforschung 200 Millionen US-Dollar zur Verfügung zu stellen. Denn Krebs ist gegenwärtig die gefährlichste Krankheit für die Menschheit."

Kurz nach den Amerikanern hat China seinen eigenen strategischen Plan für Präzisionsmedizin in Gang gesetzt. Für Dr. He kommt dieser Schritt genau rechtzeitig, denn die Präzisionsmedizin sei entscheidend für die Erfüllung von Kriterien im Programm „Gesundes China 2030".

"Die Zielsetzung im Programm ‚Gesundes China 2030' ist großartig und gleichzeitig ziemlich konkret. Beispielsweise soll die Lebenserwartung der Chinesen bis 2030 79 Jahre erreichen. Dieses Ziel ist erreichbar. Sollte es verwirklicht werden, könnte sich das Gesundheitsniveau der Chinesen massiv erhöhen."

Laut He findet die Präzisionsmedizin zurzeit hauptsächlich Anwendung in den Bereichen Krebsfrüherkennung, zielorientierte Therapien sowie Früherkennung von Geburtsfehlern und seltenen Krankheiten. Er nannte Lungenkrebs als Beispiel. "Lungenkrebs" sei in der Tat ein unpräziser Sammelbegriff, denn es gäbe zahlreiche Untertypen. Auf jeden Typ seien entsprechende Arzneimittel und Behandlungsmethoden zugeschnitten, die die besten Wirkungen versprechen. Auch die Gentests trügen viel zum Gesundheitsschutz von beispielsweise Neugeborenen bei. Bei dem von Huada entwickelten nichtinvasiven vorgeburtlichen Gentest werde nach der Abnahme des Blutes der Schwangeren die freie DNA des Fötus im Blutplasma extrahiert, um das Risiko von Erbkrankheiten einzuschätzen, so der Wissenschaftler.

He zufolge ist die Krebsbehandlung in den USA so erfolgreich, weil die Präzisionsmedizin dort eine längere Geschichte hat. Im Vergleich dazu liege China noch in einem gewissen Abstand zurück.

"Die Effekte bei der Krebsbehandlung in China und in den USA unterscheiden sich sehr. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Krebs liegt in den USA bei über 60 Prozent, doppelt so hoch wie in der Volksrepublik. Bei Brustkrebs hat die Fünf-Jahres-Überlebensrate in den USA sogar 90 Prozent übertroffen. In China liegt die Rate lediglich bei 60 Prozent. Der Unterschied ist recht groß."

Im Prozess der Industrialisierung, der Urbanisierung, der Alterung der Bevölkerung und wegen veränderter Umweltbedingungen und Lebensweise der Menschen sieht sich der Gesundheitsschutz der Bevölkerung vor große Herausforderung gestellt. Das Programm „Gesundes China 2030" sieht deshalb vor, der Früherkennung von chronischen Krankheiten größere Aufmerksamkeit beizumessen und die Vorsorge hinsichtlich Krebserkrankungen, Schlaganfällen und koronaren Herzkrankheiten zu fördern. Zudem gelte es, fortgeschrittene medizinische Technologien wie die Stammzellentechnik, die regenerative Medizin und die Biotherapie voran zu bringen.

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