Chinesische und deutsche Unternehmen streben gemeinsame Entwicklung an

06-09-2017 13:54:39

Im Juli 2005 hat das Unternehmen Shanghai Shanggong Shembe Aktienanteile der Firma Dürkopp Adler von dem deutschen Autolieferanten FAG abgekauft. Aufgrund des mangelnden Austausches und Verständnisses waren die Mitarbeiter von Dürkopp Adler über die Fusion besorgt. Dietrich Eickhoff, Exekutivvorstandsmitglied der Shanggong Europe (Holding) Corp. GmbH, erinnerte sich:

„Zu Anfang war es schwierig. ‚Ach du meine Güte, jetzt kommen die Chinesen. Jetzt saugen sie uns aus. Jetzt bringen sie die Technologie nach China und morgen haben wir alle keine Arbeit mehr.' Das waren so die Gedanken, die nicht jeder ausspricht, aber die schon, wenn man mal durch den Betrieb geht.. ‚Mensch Eickhoff, was wird denn nun mit unserer Zukunft?' und so weiter. Natürlich gab es da auch Ängste."

Tatsächlich hatte Shanghai Shanggong Shembe im Jahr 2005 ihre eigenen Probleme. Anfang der 1990er Jahre gehörte das chinesische Unternehmen nicht mehr zu den zehn führenden Unternehmen des inländischen Markts. Dürkopp Adler, eine führende deutsche Nähmaschinenfabrik mit einer Geschichte von über 100 Jahren, verzeichnete ebenfalls kontinuierliche Verluste. Viele sahen das Übernahmeprojekt skeptisch. Auch das Übernahmeverfahren war von Schwierigkeiten geprägt. Nach zwei bis drei Jahren wurde die Fusion schließlich erfolgreich beendet.

Ab der zweiten Hälfte von 2005 konnte Dürkopp Adler eine deutliche Verbesserung der Geschäfte verzeichnen. Noch im gleichen Jahr konnte das Unternehmen wieder Profit machen. Dietrich Eickhoff erklärte, nach einigen Anstrengungen hätten sich beide Firmen auf ein Produktions- und ein Betriebsmodell geeinigt. Die Produktion erfolge marktorientiert und folge der Nachfrage der Kunden.

„Wir müssen mit den Augen der Kunden blicken und dann bauen wir die richtigen Produkte. Ich glaube, dass es in China lange Zeit umgedreht war. China hat Bedarfe in allen Bereichen und hat eher von innen nach außen geschaut, ohne sich groß um den Markt, um die Marktentwicklung zu kümmern. Warum? Ganz einfach, weil es nicht notwendig war. Und genau das ändert sich zurzeit recht schnell."

Die deutschen Mitarbeiter von Dürkopp Adler werden immer mehr von der chinesischen Kultur beeinflusst. Gleichzeitig beeinflussen die Deutschen ihre chinesischen Kollegen. Mit einer wirklichen Annäherung der Denkweisen beider Seiten konnten Probleme und Meinungsverschiedenheiten bei der Arbeit gelöst werden. Dietrich Eickhoff sagte:

 „Es gibt nur einen Weg: Sprechen. Nur demjenigen, der spricht, dem kann geholfen werden. Nur derjenige, der miteinander kommuniziert über Probleme, der hat auch eine Chance, diese Probleme zu lösen. Natürlich gibt es strategisch unterschiedliche Meinungen in der Gruppe. In Deutschland kommen wir relativ schnell auf den Punkt und sagen: ‚Chef, wir haben ein Problem hier. Lös mal.' Dass diese offene Kommunikation über Probleme nicht immer populär ist in China, das ist ein kulturelles Thema, wo wir etwas chinesisch geworden sind, aber auch unsere chinesischen Kolleginnen und Kollegen etwas europäisch geworden sind. Das macht die Sache etwas einfacher."

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