Wuqi in Shaanxi: „Zurückgewinnung des Walds aus dem Ackerland“

06-09-2017 13:56:53

Der Kreis Wuqi befindet sich in der nordwestchinesischen Provinz Shaanxi. Armut war dort ein großes Problem. Die ungünstigen Naturbedingungen haben kaum Ackerbau zugelassen. Um fruchtbares Ackerland zu erschließen, rodeten die Anwohner sehr viel Wald. Im Jahr 1997 betrug die Waldbedeckung in Wuqi nur noch 19,2 Prozent.

Um diesen Umstand zu beheben, wurde 1998 das Weiden in den Berggebieten Wuqis verboten und man beteiligte sich aktiv an der Wiederaufforstung des Ackerlandes. Mit diesen beiden Maßnahmen versuchte man, die ökologische Umwelt zu renovieren und die Landwirtschaft nachhaltig zu reformieren. 1999 begann die staatliche Politik der „Zurückgewinnung des Walds aus dem Ackerland“. Für jeden fünfzehntel Hektar subventionierte man 160 Yuan (circa 20 Euro). Die Perspektiven des Kreises wurden immer besser. Liu Zhiqing ist aus der Stadt Yan'an. Sie ist die nächst höhere Verwaltungsebene des Kreises Wuqi. Liu erzählte:

„1998 haben wir das Weideverbot in den Berggebieten umgesetzt. Insgesamt 230.000 Ziegen wurden von da an im Stall gezüchtet. Später wurde die Subventionshilfe für die ‚Zurückgewinnung des Walds aus dem Ackerland' ins Leben gerufen. Für jeden fünfzehntel Hektar wurden 160 Yuan subventioniert. Darüber hinaus wurde auch die Aufforstung subventioniert. Im Jahre 1999 ist die Fläche der Ackerfelder von 120.000 Hektar um ganze 100.000 Hektar geschrumpft. Nur 20.000 Hektar Boden blieb der Landwirtschaft übrig. Aufgrund des niedrigen Anbauertrags in dem Berggebiet setzten wir Treibhäuser und moderne Technologie bei der Pflanzung ein. Mit steigendem Ertrag nahm auch die Effizienz zu. Nicht zuletzt hat sich die Umwelt nach und nach verbessert.“

Mit der Umsetzung dieser politischen Agenda haben die Bauern Platz in neuen Branchen gefunden: Stallzucht der Ziegen, Weidegraspflanzung, Anbau von Sanddorn, Aprikosen und Äpfeln sowie Gemüseanbau im Treibhaus. Dem Einkommen der Bauern kamen diese neuen Geschäftsmodelle durchaus zu Gute:

„Wir haben Pfirsiche, Aprikosen, Äpfel und Sanddorn angebaut. Sanddornblätter können zu Sanddorntee, und Sanddornfrüchte zu Getränken verarbeitet werden. Meine Familie verdient proportional sehr gut mit der Sanddornpflanzung. In meiner Familie finden sich aber auch Vertreter anderer Professionen, wie dem Treibhausanbau. Mit jedem Treibhaus können jährlich 50.000 bis 70.000 Yuan verdient werden, manchmal sogar mehr als 100.000 Yuan. Der lohnendste Treibhausanbau betrifft eine hiesige Sorte Zuckermelone. Ein Kilogramm davon kostet 60 Yuan. Wir beschäftigen uns mit dem Treibhausanbau seit mehr als zehn Jahren. Mit einem Treibhaus kann man mehr als 100.000 Yuan verdienen. Mit fünf oder sechs Treibhäusern kommt man über die eine Million Yuan Marke.“

Das könnte Sie auch interessieren.

Kalender

China:
News Kultur Reisen
China heute
Bilder
China ABC
Chinesisch lernen