Einsaitig?! Virtuose Musik auf einem fast vergessenen Instrument

06-09-2017 13:56:54

Einsaitig?! Virtuose Musik auf einem fast vergessenen Instrument

Die Jing-Nationalität ist die einzige chinesische nationale Minderheit, die im Meer lebt. Genauer: Auf drei Inseln südlich des  Autonomen Gebiets Guangxi an der Grenze zu Vietnam. Die Jing-Nationalität spielt ein besonderes Zupfinstrument, ähnlich der Zither, jedoch mit nur einer Saite.

Su Haizhen trägt die violette und weiße Tracht der Jing-Nationalität und spielt das traditionelle Zupfinstrument der südchinesischen Minderheit: das Duxianqin. Eine Art Zither mit nur einer Saite. Die junge Frau ist eine preisgekrönte Virtuosin an dem Einsaiten-Instrument. Su Haizhens Interesse an dem Instrument wurde ihr wohl in die Wiege gelegt. Ihr Vater, ein Poet, engagiert sich für den Schutz der Kultur der Jing-Nationalität. Doch es war ihre Mutter, von Beruf Sängerin und Tänzerin, die sie für das ungewöhnliche Instrument begeisterte. 1994 begann Su Haizhen das Musikstudium an der Minzu University of China. Obwohl ihr ein Lehrauftrag an der Universität angeboten wurde, kehrte sie nach ihrem Abschluss in ihre Heimat zurück.

„Ich beherrsche das Instrument immer noch nicht perfekt. Ich möchte noch mehr lernen. Während des Studiums bin ich zu jedem Ha-Fest in die Heimat gefahren und wurde immer gebeten, nach Hause zurückzukehren. Deshalb bin ich zurückgekehrt.“

Das Einzelsaiten-Instrument stammt aus China, ist inzwischen jedoch hauptsächlich in Vietnam verbreitet. Daher setzte Su ihre Ausbildung 2005 am Musikkonservatorium in Hanoi fort. Su erinnert sich an diese Zeit. Ihre Lehrerin war streng und die neue Interpretation ihres Instruments in einer fremden Kultur stellte sie vor eine große Herausforderung.

„Es war eine schwierige Zeit für mich. Ich stand unter großem Druck und übte von morgens bis abends. Nur fürs Essen und Schlafen legte ich das Instrument aus den Händen. Ich bekam kein Lob von meiner Lehrerin. Erst nach meinem Abschlusskonzert sagte sie, „gut gespielt!“. Das hat mir sehr viel bedeutet.“

2005 und 2006 veröffentlichte Su zwei Alben mit modernen Musikstücken. Die neue Interpretation des Einsaiten-Instruments kommt gut an und die Alben verkaufen sich sogar in Südostasien. Über die Erneuerung der traditionellen Musik sagte Su:

„Moderne Musikstücke sind für mein Publikum leichter zu verstehen als traditionelle Musikstücke. Manche Leute haben schon auf meine Musik getanzt, obwohl sie noch nie von mir als Musikerin gehört haben. Das bedeutet, dass vielen Leuten meine modernen Stücke gefallen.“

Auf ihrem nächsten Album will sich Su jedoch traditionellen Musikstücken widmen, die technisch besonders herausfordernd sind. Außerdem will sie Gesang miteinbeziehen. Sie möchte alle musikalischen Facetten der Jing-Nationalität zeigen und die Kultur dieser Minderheit möglichst vielen Leuten näherbringen.

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