Yan Dejiao – ein Bulang widmet sein Leben seiner Nationalität

13-11-2017 16:32:26

Die Bulang sind eine der zahlreichen nationalen Minderheiten in China. Die meisten Chinesen wissen aber nur wenig über sie. Die traditionelle Kultur der Minderheit geht damit immer weiter verloren. Yan Dejiao will dies verhindern und hat sein Leben der Verbreitung und Dokumentation seiner Nationalität gewidmet.

Yan Dejiao wurde in den 1980er Jahren in Manxi in der Provinz Yunnan geboren. Durch den Einfluss seiner Mutter kam er mit der Musik seiner ethnischen Minderheit in Kontakt und träumt seitdem davon, kultureller Überlieferer der Bulang-Nationalität zu werden. Um seinem Traum einen Schritt näher zu kommen, bewarb sich Yan Dejiao 2006 an der Chinesischen Universität für Medienkommunikation. Er wurde Student am Institut für Fernsehen, Film und Kunst.

„Ich habe nie Musik studiert. Meine Mutter ist Überlieferer der Bulang-Musik im Kreis Menghai in Xishuangbanna, dem autonomen Gebiet der Dai. Sie singt meistens die Originallieder. Durch meine Mutter ist Musik mein Hobby geworden, meine Leidenschaft. Ich finde, ich sollte meine Nationalität mehr unterstützen. Also habe ich dieses Studienfach gewählt. Ich will unsere Bulang-Kultur festhalten."

Während seines Studiums hat Yan Dejiao Werbefilme für Shanxi, Shandong, Tibet und Shangri-La in Yunnan produziert. Er kam auf die Idee, einen Film zur Verbreitung der Bulang-Nationalität zu schaffen. Gesagt, getan. 2012 begann er, Dokumentationen über verschiedene in Bulang-Dörfern lebende nationale Minderheiten zu drehen. Er dokumentierte die traditionellen Handwerke sowie ihre Musik und Tänze.


„Ich mag Musik und kann alles für sie geben. Das war meine frühere Denkweise. Jetzt möchte ich alles für meine Nationalität geben. Also habe ich dementsprechend gehandelt. Ich finde, die Kultur muss geschützt werden, da viele Menschen, die die traditionellen Handwerke sowie ihre Musik und ihren Tanz beherrschen, bereits verstorben sind. Ich kann nur Interviews mit einigen Personen führen, die nur einen Teil oder ein bisschen darüber wissen. Trotzdem ist es eine Ehre für mich. Diese Personen sind häufig 70 oder 80 Jahre alt. Wenn ich das nicht mache und auf die nächste Generation warte, wird es noch schwieriger, die Kultur zu suchen oder zu verbreiten, weil viele der Personen dann nicht mehr da sind."

Yan Dejiao plant drei Phasen für seine Filme über die Bulang und will nicht sich nicht nur den Bulang in China, sondern auch denen in Myanmar und Thailand widmen.

Zwar lief für Yan Dejiao nicht immer alles nach Plan, doch lässt er sich bei seinem Traum, die traditionelle Kultur der Bulang zu verbreiten, nicht aufhalten.

„Es ist wirklich sehr anstrengend. Andere verstehen mich nicht. Sie sagen mir, ich sollte mehr Geld verdienen. Ich finde aber, wenn ich etwas für meine Nationalität mache, ist das mit keinem Geld der Welt zu vergleichen."

Neben den Filmen hat Yan Dejiao die Musik seiner Nationalität auf die Bühne des Fernsehsenders CCTV und in lokale Fernsehsendungen gebracht. Er ist derzeit der einzige Angehörige der Bulang, der in Beijing in den Medien arbeitet und wird als Prinz der Bulang bezeichnet. Durch die größere Berühmtheit werden die Musik und die traditionelle Kultur der Bulang immer stärker beachtet.

„Ich habe jetzt rund 100.000 Fans. Das ist nicht viel, aber ich habe schon eine gewisse Einflusskraft. Ich hoffe, durch meine Bemühungen und meine Versuche die Aufmerksamkeit von immer mehr Leuten auf die traditionelle Kultur der Bulang lenken zu können. Ich habe nicht nur an Fernsehsendungen teilgenommen, ich nutze auch neue Medien. Es ist für mich eine große Ehre, zu den Bulang zu gehören. Ich sagte oft, ich möchte in meinem nächsten Leben auch den Bulang angehören und wieder mein ganzes Leben der Nationalität widmen."


Derzeit leben in Beijing insgesamt 29 Angehörige der Bulang. Im Jahr 2016 gründeten sie einen Verein für Bulang, um sich gegenseitig zu unterstützen. Und solange Yan Dejiao weiter an seinem Traum festhält, werden ihre Kultur und Traditionen auch immer mehr Unterstützung und Aufmerksamkeit von anderen Chinesen erhalten.


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