UN-Klimakonferenz COP23 in Bonn: Klimaschutz in deutschen und chinesischen Städten

14-11-2017 12:47:19

Seit Montag ist die UN-Klimakonferenz COP23 in eine Phase hochrangiger Verhandlungen eingetreten.

Am gleichen Tag haben Xie Zhenhua, Leiter der chinesischen Delegation, und die deutsche Bundesumweltministerin Barbara Hendricks gemeinsam an der Sitzung „Advancing Climate Action on the Local Level - Best practices from China and Germany" teilgenommen. Darin ging es um Klimaschutz in chinesischen und deutschen Städten.

Xie Zhenhua sprach davon, China habe bereits Aktionsziele bis 2020 und 2030 festgesetzt. Zur Frage, ob China seine Aktionsprogramme zur Bewältigung des Klimawandels bis 2020 erfüllen wird, meinte Xie Zhenhua:  

„Im Jahre 2016 machte die Proportion der Nicht-Fossilien-Energien unter dem Konsum der primären Energien 13,3 Prozent aus. Unser Ziel liegt bei 15 Prozent. Der Einheit-BIP-Energieverbrauch und der CO2-Ausstoß sind jeweils um 5 Prozent bzw. 6,6 Prozent gesunken. Damit sind die Jahresziele vorzeitig erreicht worden. Darüber hinaus wollen wir so früh wie möglich die geplante Obergrenze des CO2-Ausstoßes für 2030 realisieren."

China und Deutschland haben bezüglich der Bekämpfung des Klimawandels eine gute Zusammenarbeit gepflegt. 2009 haben beide Staaten ein Verständigungsmemorandum zur Kooperation bei der Bewältigung des Klimawandels unterzeichnet. Seitdem findet im jährlichen Turnus abwechselnd in den beiden Ländern eine bilaterale Arbeitsgruppesitzung statt, um Austausch und Zusammenarbeit voranzutreiben. Xie Zhenhua betonte, in der Zukunft wolle China die Ziele des Verständigungsmemorandum verstärkt umsetzen und auf dieser Basis die gute Tendenz der bilateralen Klimakooperation beibehalten.  

„Wir wollen mit den EU-Staaten und Deutschland den Austausch auf der politischen und auch einer allgemeinen Ebene ausbauen. Kooperationskanäle sollen dazu ins Leben gerufen werden. In diesem Sinne solle es mehr Zusammenarbeit von NGOs, internationalen Organisationen sowie Zentral- bzw. Regionalregierungen und Unternehmen geben. Nur mit einer umfassend motivierten Gesellschaft kann man wirklich den Klimawandel bewältigen. Die Anti-Klimawandel-Kampagne muss eng mit der nachhaltigen Entwicklung verbunden werden. Chinas Aktionen haben bewiesen, dass die Klimawandelbekämpfung mit der wirtschaftlichen Entwicklung koordiniert werden kann, um Synergieeffekte zu erzielen."

Die deutsche Bundesumweltministerin Barbara Hendricks meinte, die traditionellen Kohle- und Stahlindustriezonen in Deutschland, darunter auch das Ruhrgebiet, hätten nach mehrjährigen Umweltregelungen bereits wieder eine umweltfreundliche Vitalität entfaltet. Ähnliche Veränderungen seien auch in vielen chinesischen Städten aufgetreten. Seit 2009 habe das deutsche Bundesumweltministerium und die zuständigen chinesischen Behörden enge Kontakte und Kooperationen gepflegt, mit dem Ziel, eine kohlenstoffarme wirtschaftliche Entwicklung beider Staaten zu fördern. Hendricks sagte:  

„Wenn wir uns in China anschauen, wie klimafreundlich und smart der öffentliche Nahverkehr geregelt ist, werden viele Städte in Deutschland wiederum anerkennend nach Fernost schauen. Von einem elektronischen Ticket, mit dem man nicht nur Bahn und Bus fahren kann, sondern auch ein Rad und ein Elektroauto ausleihen kann, sind wir leider in Deutschland noch weit entfernt. Auch diese Entwicklung wollen wir stärken. "

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