Eine Chance für alle

09-03-2018 15:44:49

Als der chinesische Staatspräsident Xi Jinping vor rund fünf Jahren seine historische Initiative zum Bau einer neuen Seidenstraße zu Wasser und zu Lande publik machte, erfuhr sie seitens der internationalen Gemeinschaft breite Unterstützung. Im Mai 2017 veranstaltete China erfolgreich das erste „Gipfeltreffen für internationale Zusammenarbeit auf der neuen Seidenstraße“, zu dem über 100 Staaten ihre Delegierten entsandten. China hat bisher mit mehr als 80 Ländern Kooperationsverträge unterzeichnet.

Deutschland gehörte zu den ersten Ländern, die diese Initiative begrüßten. In letzter Zeit sind die Diskussionen darüber in politischen und wirtschaftlichen Kreisen Deutschlands sowie in den Medien und Denkfabriken recht hitzig verlaufen. Es wurden einige sachliche Kommentare abgegeben, aber es gab auch einige Bedenken, Missverständnisse oder gar Warnungen. Als chinesischer Botschafter möchte ich an dieser Stelle gezielt die Vorstellungen und Positionen der chinesischen Seite zur neuen Seidenstraße darlegen.

Bei der Seidenstraßen-Initiative handelt es sich um ein internationales öffentliches Gut, das China der internationalen Gemeinschaft zur Verfügung stellt, und keinesfalls um eine „Globalisierung chinesischer Prägung“. Die heutige Globalisierung folgt objektiven Regeln, nach denen die jeweiligen Länder sich auf der Grundlage ihrer eigenen Produktivkräfte entwickeln, ihre eigenen Stärken entfalten sowie sich länderübergreifend Arbeitsteilung, Austausch und Investitionen bis hin zu einer globalen Wertschöpfungskette herausbilden.

Sie bedient keineswegs den subjektiven Willen irgendwelcher Einzelpersonen. Daneben gibt es keine andere sogenannte „Globalisierung chinesischer Prägung“ auf der Welt. Die Seidenstraßen-Initiative ist vielseitig ausgerichtet, um entwickelte Länder, Entwicklungsländer und Schwellenländer umfassend miteinander zu verknüpfen.

Die Seidenstraße fördert und ergänzt den augenblicklichen Globalisierungsprozess nach Kräften und haucht ihm neues Leben ein. China ist bereit, gemeinsam mit Deutschland und Europa zum Förderer und Gestalter dieser Globalisierung zu werden.

Keinerlei Hegemoniestreben

Die Seidenstraßen-Initiative ist integraler Bestandteil des augenblicklichen Weltwirtschaftssystems und dient keineswegs dazu, „die Welt umzugestalten“ oder irgendein „System zu ersetzen“. Es handelt sich um eine epochemachende Initiative, die Chinas umfassende Öffnung nach außen und seine konsequente Einbindung in die Global Governance bezeugt und zudem deutlich macht, dass China sich gänzlich in das bestehende globale System einordnet.

Obwohl es zahlreiche gängige internationale Mechanismen und Regeln gibt, an denen China nicht von Anfang an beteiligt war, sinnt es nicht etwa darauf, diese Mechanismen und Regeln zu zerschlagen. Die neue Seidenstraße bildet eine Ergänzung zum System der Weltwirtschaft und ist keineswegs eine Bedrohung für die bestehende Weltwirtschaft, auf der Grundlage des freien Handels beruhende internationale Handelsordnung oder gar eine Strategie, um den Westen in seinem Einfluss zurückzudrängen. China hat mit seiner Initiative weder eine Dominanz angestrebt noch versucht, in die Anrainerstaaten das eigene System zu exportieren, und wird das auch in Zukunft niemals tun.

Die Seidenstraßen-Initiative stellt eine Plattform der pragmatischen Zusammenarbeit dar und dient keineswegs als Instrument einer chinesischen Geostrategie. Wenn manche Menschen die Ansicht vertreten, China strebe mit Hilfe dieser Seidenstraße eine „Hegemonie“ an, so handelt es sich hierbei um ein völlig überholtes Denken aus der Zeit des Kalten Krieges, das überhaupt nicht mehr zu der kulturellen DNA Chinas passt.

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