Haarspenden für Perücken für Krebskranke

13-04-2018 15:16:18

In den vergangenen drei Jahren haben 7.756 Menschen in China ihr Haar lang wachsen und dann abschneiden lassen, um es der Organisation „Aktion Schwarzhaar“ zu spenden. Aus den gesammelten Haaren werden in einer Perückenfabrik Echthaarperücken für Krebspatienten hergestellt.

Gegründet wurde die „Aktion Schwarzhaar“ von drei Studenten. Die Idee stammt von Wei Yan'er, die in den USA studiert hat. In ihrer Familie hatten bereits drei Frauen ihr Haar an eine amerikanische Organisation zur Hilfe von Aidskranken gespendet. Als Wei Yan'er 2014 diesem Beispiel folgen wollte, stellte sie fest, dass es in China keine entsprechende Organisation gab.

Statistiken zufolge erkranken in China täglich 12.000 Menschen neu an Krebs. Täglich sterben 7.700 an den Folgen der Krankheit. Die Zahl steigt immer weiter.

So entschied sich Wei Yan'er 2014 dazu, zusammen mit zwei Freunden die Studentenorganisation „Aktion Schwarzhaar“ zu gründen.

Wei Yan'er war die erste Haarspenderin der Organisation - sie ließ ihr hüftlanges Haar kurz schneiden.

Die Anzahl der Haarspender hat die Erwartungen von Li Jiawen, einem Mitbegründer der Organisation, bei weitem übertroffen. Innerhalb von zwei Jahren nach Gründung hatten bereits über 3.000 Menschen ihr Haar an die Organisation gespendet. Und bis Ende März 2018 hatten sie insgesamt 7.756 Haarbündel erhalten. Die gespendeten Haare kommen aus verschiedenen Teilen Chinas und auch aus dem Ausland. Jede der Haarspenderinnen hat ihr Haar mindestens zwei bis drei Jahre wachsen lassen, in der Absicht, einem Krebspatienten dadurch helfen zu können.

Am 26. März fand die 129ste Perücke ihre Besitzerin; die 58-jährige Zhang Zhiyun, bei der 2015 Milchdrüsenkrebs diagnostiziert wurde.

Als die Krebspatientin das Paket erhielt, zerriss sie die Verpackung in großer Eile und setzte sich die Perücke auf den Kopf. Die Perücke passte ihr sehr gut. Sie habe genau so ausgesehen, wie in ihrer Vorstellung. Ohrenlang und kastanienbraun, sagte sie.


Der 26. März war ein glücklicher Tag für Zhang Zhiyun. An dem Tag erfuhr sie von ihrem Arzt, dass ihr ursprünglich fünf Zentimeter messender Krankheitsherd auf 2,2 Zentimeter geschrumpft sei. Und sie erhielt außerdem die Perücke, die ihr sehr gefällt. Die Dame hat sich entschieden, nach Beendigung der Chemotherapie mit der Perücke nach draußen zu gehen und sich ein wenig in der Welt umzusehen.

Da vielen Krebspatienten die Organisation „Aktion Schwarzhaar“ bislang unbekannt ist, haben bislang nur knapp 130 Krebspatienten eine Perücke beantragt. Die meisten von ihnen sind Frauen. Lohnt sich der Aufwand, wenn man damit nur so wenige Menschen erreicht, fragte sich Li Jiawen.

Er hat die Empfänger der Perücken in Kliniken besucht. Die Krebspatienten bekamen strahlende Augen, als sie die Perücken in den Händen hielten. Das Gefühl, eine Perücke im Laden zu kaufen ist anders, als eine Perücke aus Echthaar von einem Mitmenschen geschenkt zu bekommen. Mit diesem wohltätigen Akt der Mitmenschen wird auch gesellschaftliche Unterstützung vermittelt.

Zhong Xiaojuan, eine Mitarbeiterin der „Aktion Schwarzhaar“ stellte sich die Frage, ob es für die todkranken Patienten überhaupt einen Sinn hat, eine Perücke zu besitzen. Denn mehrere Patienten, die sie betreut hat, sind bald nachdem sie die Perücke erhalten haben, gestorben.

Die Dankbarkeit der Patienten und ihrer Angehörigen machte ihr jedoch klar, dass eine Perücke den Tod zwar nicht aufhalten kann. Sie ermöglicht es den Krebskranken jedoch, sich kurzzeitig wieder wie ein gesunder Mensch zu fühlen und die Hoffnung auf eine Genesung nicht aufzugeben.


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