Jiangnan Prüfungshalle:Jahrtausende der Bildungsgeschichte dokumentiert

16-05-2018 21:47:59

Jiangnan Prüfungshalle:Jahrtausende der Bildungsgeschichte dokumentiert

Jiang Nan Gong Yuan oder auch die Jiangnan Prüfungshalle war das größte Prüfungszentrum für die chinesische Beamtenprüfung. Es wurde 1168 errichtet und bot auf 300.000 Quadratmetern Platz für Prüflinge. Bis zu 20.644 Studierende konnten gleichzeitig an der Prüfung teilnehmen. Diese Prüfungshalle dient nun als Museum der chinesischen Beamtenprüfung und dokumentiert die Bildungsgeschichte in China.

Die chinesische Beamtenprüfung wurde in der Sui-Dynastie(605) eingeführt und für mehr als 1.300 Jahre praktiziert. Die Prüfung ist ein wichtiger Bestandteil der Forschung der chinesischen Bildungsgeschichte. Die Prüfung besteht aus Tests und Wettbewerben und bildet die Kandidaten für den öffentlichen Dienst aus.

Der Prozess und Grad der Disziplin wandelte sich mit den Dynastien. Unverändert blieb jedoch, dass alle Klassen und Schichten Zugang genossen haben. Allen Klassen wurde durch die Prüfung die Chance geboten sozial aufzusteigen und das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Dadurch wurde das Interesse fürs Studium geweckt und Respekt vor dem Intellekt gefördert. Die Museumsdirektorin der Jiangnan Prüfungshalle und Expertin für die Beamtenprüfung, Feng Jiahong, erklärte beim Interview:

„Durch sie bekamen die unteren Klassen erstmals die Chance auf einen gesellschaftlichen Aufstieg. Durch die Ausbreitung dieser regulatorischen Praxis im Kaiserreich konnten die Klassengrenzen teilweise aufgeweicht werden. Dadurch erhielt das Kaiserreich eine gewisse demokratische Prägung. "

Die Idee hinter diesem System ist der faire Wettbewerb. Kluge Köpfe konnten durch die Prüfung ihre Träume verwirklichen. Feng betonte, dieses Prüfungssystem sei von großer Bedeutung für die Kultivierung der ganzen Welt.

„Das chinesische Prüfungssystem hat nicht nur Chinas Bildungssystem, sondern auch die Bildungssysteme vieler anderer Länder beeinflusst. Bereits in der Tang-Dynastie sind ausländische Gelehrte nach China gekommen, um an der Prüfung teilzunehmen. Dieses Prüfungssystem hat nicht nur Chinas Bildungssystem, sondern auch die Bildungssysteme der Länder in Ost- und Südostasien beeinflusst. Auch der öffentliche Dienst Großbritanniens, Frankreichs und der USA habe wichtige Impulse durch die chinesische Beamtenprüfung erhalten."

Jedoch war das System nicht perfekt. Einen wichtigen Bestandteil der Prüfung stellten Aufsätze zu den Themengebieten der klassischen chinesischen Bücher dar. Sie drehen sich um historische, politische und gesellschaftliche Probleme. Zu Beginn waren diese Inhalte noch aktuell und aus der Gesellschaft gegriffen. Über die Hunderten von Jahren blieben die Inhalte jedoch unverändert. Unter ausländischem Druck der Modernisierung wurde das Examen 1905 schließlich abgeschafft. Feng gibt zu, dieses Prüfungssystem sei Ausdruck der Zeit des Feudalismus gewesen.

„Die Form der Prüfung ist gut. Aber der Inhalt ist unentwickelt. Besonders nach der Ming-Dynastie. Form und Inhalt sind starr geblieben. Die Kreativität der Gelehrten in China wurde eingedämmt. Die Weiterentwicklung und Modernisierung der Gesellschaft wurden verhindert."

Verfasst und gesprochen von Gao Mengyu


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