Zhangjiagang – ein Nutznießer von Chinas Reform und Öffnungspolitik

11-01-2019 08:51:35

Lu Qiyuan stammt aus der Hafenstadt Zhangjiagang in der ostchinesischen Provinz Jiangsu. Er ist im Jahr 1965 geboren und zeigte schon immer Pioniergeist. 2007 ging er als Vorstandsvorsitzender der einheimischen Firma Yongyuan nach Äthiopien und gründete dort den Dongfang-Industriepark. Das Geschäft lief zunächst ziemlich schlecht. Kaum ein chinesisches Unternehmen wollte die Werkhallen in dem Industriepark mieten. Nach über zehn Jahren der Entwicklung ist der Dongfang-Industriepark inzwischen aber zu einer Brücke zwischen China und Afrika geworden. Über 90 Unternehmen aus den Bereichen Zementproduktion, Schuhherstellung, Automobilmontage, Textilien und Konfektion, Kosmetik sowie der Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie haben sich in dem Industriepark niedergelassen. Die chinesischen Produkte haben in Äthiopien und auch in anderen afrikanischen Ländern guten Absatz gefunden. Der Dongfang-Industriepark gilt nicht mehr nur als einziges wirtschaftlich-kommerzielles Kooperationsprojekt zwischen China und Äthiopien, er ist auch ein vorteilhaftes Industrieprojekt in Äthiopien. Durch ihn hat das Kapital der Firma Yongyuan allein in Afrika fast vier Milliarden Yuan RMB erreicht. Zur Entwicklung des Unternehmens erklärt Lu Qiyuan beeindruckend:

„Die Reform und Öffnung war für mich eine einmalige Gelegenheit. Meine Generation hat sie in den vergangenen 40 Jahren persönlich miterlebt. Wir sind Glückspilze sowie Augenzeugen und Beteiligte der chinesischen Reform und Öffnung."

Die Auslandspräsenz lokaler Unternehmen hat der Stadt Zhangjiagang zweifelsohne großen Reichtum eingebracht. Gleichzeitig ist sich die lokale Regierung der Bedeutung von ausländischen Investitionen bewusst. Statistiken zufolge lag das Im- und Exportvolumen der Stadt in den ersten zehn Monaten von 2018 bei 30,8 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung um 17 Prozent gegenüber 2017. In Zhangjiagang herrscht ein Gleichgewicht zwischen Import und Export, der Import liegt dabei leicht über dem Export. Huang Wei, stellvertretender Leiter des Handelsamts von Zhangjiagang, betonte die große Bedeutung von Unternehmen für die hochqualitative Entwicklung der Stadt. Zhangjiagang lege gleichen Wert auf Im- und Export und werde die Öffnung weiter fortsetzen.

„Wir halten uns streng an die WTO-Regeln und ermutigen Unternehmen, in- und ausländische Märkte zu erschließen. Bei uns sind alle Unternehmen gleichberechtigt, egal ob sie auswärtige oder private Betriebe sind."

In der Steuerschutzzone von Zhangjiagang befindet sich der erste Hafen für den Import vollständig montierter Fahrzeuge im Einzugsgebiet des Jangtse. Von 2012 bis 2018 wurden über dort 80.000 Fahrzeuge im- und exportiert. Dafür wurde auf einer Fläche von etwa 6,6 Hektar ein internationales Fahrzeugzentrum errichtet. Das Zentrum ist eine Serviceplattform für den Import vollständig montierter Fahrzeuge. Zu den Dienstleistungen des Zentrums gehören der Übersee-Einkauf, die Erstellung von Finanznachweisen, die Vorauszahlung der Zolltarife, die logistische Deklaration, die Übergabe von Fahrzeugen und Kundendienst.

Qian Zhiyou ist seit über 20 Jahren in der Automobilbranche tätig. Er sagte, seit Beginn der Reform und Öffnung habe sich die Branche grundlegend verändert. Den Kunden stünden heute eine größere Auswahl und bessere Dienstleistungen zur Verfügung.

„Für den Einkauf von importierten Fahrzeugen galten vor 20 Jahren Quoten und das Angebot war extrem gering. In den vergangenen zehn Jahren, insbesondere den letzten fünf bis sechs Jahren, gab es eine immer größere Vielfalt von Angeboten ausländischer Fahrzeuge. Neue Fahrzeugtypen, die auf den ausländischen Markt kommen, sind gleichzeitig auch bei uns erhältlich. Einige neue und moderne Fahrzeuge, die eigentlich nicht für den China-Export gedacht sind, können Kunden jetzt auch maßgefertigt produzieren lassen."


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