400 Jahre alte Särge nach Erdbeben in Sichuan unversehrt

27-06-2019 15:40:46

Die rätselhaften Särge, die vor mehreren Hundert Jahren an den Klippen in einer Gebirgsregion Sichuans befestigt wurden und seit jeher als Kulturerbe gelten, sind nach den jüngsten Erdbeben in der südwestchinesischen Provinz unversehrt.

Ein Erbeben der Stärke 5,4, bei dem im Landkreis Gongxian am Samstag vier Menschen ums Leben kamen und 128 Personen verletzt wurden, hat Tausende Häuser in der Region beschädigt. Die Friedhöfe, die vom Bo-Volk, einer Minorität, die während der Ming-Dynastie (1368-1644) verschwunden ist, an mehreren Klippen hinterlassen wurden, sind aber weiterhin intakt.

„Nach dem Erdbeben schickten wir Menschen zu den Klippen, um den Zustand der hängenden Särge zu überprüfen. Keiner wurde beschädigt. Die Weisheit der Menschen von früher ist sehr beeindruckend“, sagte Fan Yuhong, Vertreter der Kultur- und Tourismusbehörde von Gongxian.

Mehr als 2.200 Jahre lang lebte das Bo-Volk in den abgelegenen Gebirgen in Südwestchina. Sie respektierten die Toten und hängten ihre Särge hoch über dem Boden auf, um ihnen die letzte Ehre zu erweisen. Je höher der Sarg aufgehängt wurde, desto mehr wurde der Tote geehrt. Experten vermuten daher, dass in den am höchsten befestigten Särgen die ältesten Menschen der Volksgruppe bestattet wurden.

Die Überbleibsel des längst ausgestorbenen Trauerrituals im Landkreis Gongxian sind Experten zufolge die weltweit konzentriertesten und vollständigsten typischen Klippen-Friedhöfe.

Die aufgehängten Särge sind aus Holz und wiegen jeweils etwa 500 Kilogramm. Befestigt wurden sie in der Regel in Höhen zwischen 20 und 60 Metern. Etliche Särge wurden sogar in einer Höhe von über 100 Metern aufgehängt.

An dem Klippen-Friedhof gibt es überdies mehr als 200 Höhlen-Relikte und Felsmalereien. Die reichhaltigen Motive zeigen unter anderem die Reitkunst, das Bogenschießen sowie den Tanz und die Akrobatik des Bo-Volkes. Hinzu kommen Tiere, Waffen und geometrische Muster.

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