Handel mit exotischen Haustieren boomt trotz Bedenken

09-07-2019 15:28:12

Tan Jingcheng, ein Einwohner der Stadt Beijing, zeigt auf seinem Handy Fotos von einem Tier, das er für ein kleines Chamäleon hält.

„Es ist schön und bestimmt viel interessanter als eine Katze oder einen Hund zu halten“, sagte der 33jährige Computeranalyst.

Nach eigenen Angaben habe Tan Jingcheng das Reptil, das auf der Liste der bedrohten Tierarten steht, mithilfe eines Online-Händlers gekauft. Und das Kriechtier kostete ihm einen „wesentlichen“ Teil seines Gehalts.

Dabei zählt Tan zur steigenden Zahl der chinesischen Haustierbesitzer, die ungeachtet der wiederholten Warnungen hinsichtlich des Biodiversitätsverlusts und potentieller Gesundheitsrisiken einem globalen  Trend zu exotischen Haustieren folgen.

Zu den so genannten exotischen Haustieren gehören unter anderem Exemplare, die in der freien Wildbahn gefangen wurden, oder Tiere, die aus Wildarten gezüchtet wurden, wie etwa Amphibien, Reptilien und Vögel, hieß es in einer Erklärung der globalen gemeinnützigen Tierschutzorganisation World Animal Protection.

Der Erklärung zufolge laufe der Handel mit exotischen Haustieren derzeit auf Hochtouren. Mehr als 500 Vogelarten und etwa 500 Reptilien-Arten werden weltweit vermarktet.

Die Tierschutzorganisation geht davon aus, dass der internationale Wildtier-Handel pro Jahr bereits ein Verkaufsvolumen von 42 Milliarden (37, 5 Mrd. Euro) US-Dollar erreicht habe, während der illegale Handel auf 20 Milliarden US-Dollar (17, 8 Mrd. Euro) geschätzt werde. Gefährdete und geschützte Tiere, die als exotische Haustiere gehandelt würden, stellten ein wesentliches Segment der Branche dar.

„Das Aufkommen und die Popularität der Handelstätigkeiten mit exotischen Haustieren stellen eine enorme Bedrohung für die weltweiten Bemühungen um den Artenschutz dar“, so die Erklärung der World Animal Protection.

Seit Jahren bemühen sich die chinesischen Zollbehörden darum, gegen den illegalen Handel mit exotischen Haustieren vorzugehen. Allein im Januar dieses Jahres haben die Zollbeamten in Shenzhen in der südchinesischen Provinz Guangdong eine Sendung mit 30 Spinnen abgefangen.

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