Mülltrennung in China, bist du bereit?

19-07-2019 14:53:21

Mülltrennung in China, bist du bereit?

Schon vor vielen Jahren hat China seine Bürger ermutigt, Hausmüll zu trennen. Während immer mehr Menschen die Bedeutung von Mülltrennung erkannt haben, blieb der tatsächliche Effekt in Bezug auf das Recycling aber gering. Nun fängt China in diesem Jahr an, seine Kontrolle der Abfallentsorgung zu verschärfen. Die ostchinesische Metropole Shanghai ist nicht die erste Stadt in China, die eine Verordnung über Mülltrennung entworfen hat. Sie ist aber die erste, die diese strengste Verordnung in der chinesischen Geschichte umsetzt. Dies hat eine heftige Debatte ausgelöst. Ein Weibo-User erklärt:

„Ich bin nicht gegen die neue umweltfreundliche Verordnung zur Mülltrennung, aber in so einer kurzen Zeit eine so strenge Verordnung umzusetzen, ist meines Erachtens absolut unlogisch. Man braucht Zeit, sich allmählich an das Recyclingsystem anzupassen.“

Mülltrennung in China, bist du bereit?

Gemäß der Shanghaier Verordnung müssen die Bürger ihren Müll seit dem 1. Juli in vier Kategorien entsorgen: trockener Müll - also Restmüll -, feuchter Müll - gemeint ist damit Biomüll -, recycelbare Wertstoffe und gefährliche Abfälle. Personen, die sich nicht an die Verordnung halten, können mit einer Geldstrafe von bis zu 200 Yuan RMB (etwa 25,80 Euro) belegt werden, während Unternehmen und Institutionen mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Yuan RMB (etwa 6.454 Euro) rechnen müssen. Liu Xinyu, ein Forscher der Akademie der Sozialwissenschaften in Shanghai, sagt:

„Mülltrennung war in der Vergangenheit aufgrund des Mangels wirksamer Maßnahmen nicht effektiv. Die Bedeutung dieser Gesetzgebung besteht darin, das bisher freiwillige Handeln in eine Pflicht für jeden Bürger umzuwandeln.“

Mülltrennung in China, bist du bereit?

Mit dem Inkrafttreten der neuen Verordnung in Shanghai sind einige interessante Phänomene entstanden. Seit dem 1. Juli werden in Shanghaier Hotels keine Einweg-Hygieneartikel wie Zahnbürsten und Zahnpasta mehr angeboten. Sie werden nur noch bei konkreter Nachfrage bereitgestellt und sind nur noch in sehr begrenzter Anzahl vorhanden. Auch Essenslieferungen sind bereits zurückgegangen. Einige Paketlieferanten versuchen außerdem, wiederverwendbare Kisten bei der Lieferung zu nutzen, um Papp-Abfälle zu vermeiden. Eine Userin schreibt auf Weibo:

„Wir sind auf dem richtigen Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung und ich werde mich natürlich auch darum bemühen, aktiv an der Müllentsorgung teilzunehmen. Aber ich fände es besser, wenn die Shanghaier Regierung eine Handy-App entwickeln würde, die uns detaillierte Hinweise gibt, welche Abfälle in welche Mülltonne gehören.“

Verfasst und gesprochen von Zheng An

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